Katze, Eis

What can you do with someone
who likes you

Just like him back

Die (Nicht-)Wiederholbarkeit der Dinge

Die Hitze flirrt über der Stadt
Es ist schon fast zehn
Ich kann nicht mehr, magst du noch?
You want another beer?
Es gibt keine gekühlten mehr
Und im Zorro ist leider ein Konzert
It’s awful. The lyrics… they’re so obvious
Die Halle wärmt, wir gehen nach draußen
Die Party ist erst morgen und du hast kein Rad, um zum See zu fahren

So what would you like to do?
What are the options again?
Ein Wiesel auf der Straße, ein Fuchs in London
Why is your water like that?

I have a sore chest
Geh nicht
Letztendlich bin ich derjenige, der geht
Aber ich hab dir einen Kaffee gemacht

Jene, die blind durch die Welt gehen

Truth is chaos.
Maybe beauty is chaos.

Sichtbarkeit konstatiert Gesellschaft. Unsichtbarkeit macht hemmungslos.
Vor langer Zeit, in einer sehr kalten Nacht, verlor Gramschnabel plötzlich alle seine Zähne. Er war froh darüber, dass es wirklich passierte und nicht nur ein Traum war, sodass sich niemand auf Freud berufen konnte.
Warum der Posthumanismus ein Humanismus ist, warum der Postkolonialismus ein Kolonialismus ist, warum die Postmoderne eine Moderne ist, ist relativ einfach festzustellen.
Die Straße zum Strand war staubig. Staub, der sich auf den Rücken der schönen Menschen mit ihrem Schweiß verklumpte. Rote und blaue Libellen kontrollierten den Zugang zum Wasser. Höllenhunde machten Jagd auf kleine Mädchen mit Taucherbrillen. Golden Years…

Menschvernichten

Es passierte, als ich über diesen oft gegangenen Weg lief:
Der Blick gerichtet auf Betonplatten unter meinen Füßen, die sie offensichtlich betraten, ihre harte, leicht verstaubte, gebrochene Oberfläche betraten, als sich das Bild plötzlich wandelte, von einem anderen überlagert wurde, von einem Bild, das ich vor langer Zeit sah:
Der Blick gerichtet auf Betonplatten unter meinen Füßen, die sie scheinbar betanzten, ihre weiche, von frischem Schnee verhüllte, pure Oberfläche betanzten, Spuren hinterließen, willkürliche Muster einschrieben, die, neuerlich weiß gezeichnet, bald wieder verschwanden.
Es passierte, und die Welt verlor Form. Kein Nacheinander, Aufeinander, Nebeneinander. Ein Ineinander. Sommernacht und Schneegestöber vertanzten – wessen Füße seh’ ich da? Bin ich es, und was ist das, das da fragt? Warum fragt es?

Wie kann man das Nicht-Denkbare denken, das Nicht-Darstellbare darstellen? Das Nicht-Sprechbare sprechen?
Wie kann etwas entstehen, was nicht entstehen kann, als etwas Nie-Zuvor-Bestandenes, als Neues, sozusagen?

O nein! Es steht alles schon geschrieben… Milena greift nach dem Buch, blättert in vergilbten, abgegriffenen Seiten und liest: »Milena greift nach dem Buch, blättert in vergilbten, abgegriffenen Seiten und liest.«

Es ist alles schon entstanden, sagt sie, und ebenso ist alles schon gedacht.
Du, sagt sie, kannst überall sein und bist doch nirgendwo. Alles ist Ineinander. Und jede Figur steht gleichzeitig am Anfang und am Ende. So nennen sie es, die Menschen. Und obwohl alle Figuren dies alles schon kennen, Narration, Verlauf, Spannungsbogen usw., spielen sie es erneut durch, wieder und wieder.

Die größtmögliche Sättigung bringt das größtmöglichste Unbehagen.

Das ist die erste Möglichkeit: Utopie-Werden, im Sinne von Nicht-Ort-Werden.
Rekursivität. Textualität. Iteration.
Gegen die unbesiegbare Alphabestialität der Referentialistischen Ära?

Wir haben nur eine begrenzte Anzahl von Wörtern, um zu fragen.

Je öfter ich dich aufschreibe, verehrter Gedanke, desto verschrobener erscheinst du mir. In Zeichen verwandelt verlierst du deine silbrigen Fäden, deine hübsche Gestalt. Du verlierst soviel. Du machst keinen Sinn. Du spielst nur.

Eine zweite Möglichkeit folgt auf das
Axiom I: Menschen machen da, wo sie sind, meistens Licht.
Nichts wird dunkel gelassen – gepresste Bedeutung, man schafft sie nicht, man presst stückelt fickt sie. Man stellt fest, dass nichts anderes möglich ist. Man kann nichts tun außer sprechen. Man verliert nur, weil man ein Wort dafür hat. Selbst Mathematik existiert nur als Gegenstandsbereich von Sprache (meta: Sprache über Sprache). Eine Null besitzt keinen ontischen Status außerhalb dieser Sprache, die sie benennt. In der Natur (wie lächerlich) existiert keine Null, keine Eins, kein Pi, keine Wurzeln. Na gut, Wurzeln schon.

Der Mangel der Sprache besteht in ihrer Verständlichkeit. Der Mangel der Verständlichkeit besteht in der Unmöglichkeit des Denkens ohne Sprache, ohne Zuvor-Geschehenes, ohne Zuvor-Gesprochenes, ohne Zuvor-Gehörtes, ohne Zuvor-Gefühltes, ohne Zuvor-Gedachtes, ohne Zuvor-Verstandenes. Ja, der Schrecken liegt im Gewöhnlichen. Das Gewöhnliche, aus der das Unbewusste der Stadt sich auf die Straßen ergießt. Das vorsichtige Kopieren kleiner Gesten.
Begreift man jedoch seine eigene Konnektion, die Unfassbarkeit, wird auch bewusst, dass man nicht sprechen kann, über nichts. Nie. Man kann höchstens spielen, und anti-sprechen. Räume illusionieren. Zeit-Architektur. Dimensionskunst.

Das Nicht-Denkbare denken. Das Nicht-Sichtbare sehen.

Milena saß auf einem Sessel aus engmaschig aufgezogenen Realitäten. Sie stand auf, ging zum Bücherregal und suchte Trost in den zauberhaften Worten Iannis Xenakis’:
Musik ist keine Sprache. Mit seinen komplexen Formen, Furchen und eingravierten Mustern auf der Oberfläche und im Innern gleicht jedes Musikstück einem Felsblock, den Menschen auf unzählige Arten entziffern können, ohne je die richtige oder beste Antwort zu finden. Kraft dieser vielfältigen Auslegungen evoziert Musik vergleichbar einem katalysierenden Kristall alle möglichen Phantasmagorien.

Menschwerden

Vollführt den Tanz nicht. Er
Ist bedacht auf Staatssicherheit. Er
Erwartet kein Wunder. Er

Spricht von Kindern ihrer Zeit. Sie
Verlangt eine Antwort. Sie
Ist sehr müde in letzter Zeit. Sie

Meine verehrten Damen und Affen,

es hat sich die Idee etabliert, der Mensch zeichne sich durch seine Unvollständigkeit, seinen Mangel, seinen Penisneid aus. Es hat sich als wahr erwiesen, zu behaupten, die menschliche Identität entstehe durch Abgrenzung zum Anderen: zum Tier, zum Kind, zur Frau, zum Monster, zur Maschine, zur Bestie. Ich bin ich, weil ich nicht du sein kann, rufen sie und brüsten sich mit ihrem Mangel, das man kotzen möchte.
Dabei wird der Trugschluss bereits offensichtlich, nämlich der, dass die Exteriorität des eigenen Körpers mit der des Selbst, des Ichs gleichgesetzt wird. Unser Körper ist jedoch nicht der einzig mögliche Ort unseres Seins (vgl. der Fuchs). Im Gegenteil: Alles, was uns umgibt, alle Linien, alle Verknüpfungen, alle Körper, alle Dinge, alle Kinder, Frauen und Monster sind Teil dessen, was als das Selbst bezeichnet wird: Partialobjekte.
Wir sind vollständig, nicht mangelhaft. Es ist alles enthalten, was wir wissen, uns auch nur vorstellen können: Alles ist Ich.
Die menschliche Kultur, die Menschheit wiederum entsteht durch so genannte Selbst-Ent-Fremdung. Wann ent-fremdet sich das Selbst? Sobald es spricht.

Sprache, Alphabet, Alphabestialität.

Die Sprache verlegt einen bestimmten Selbst-Teil, ein Partialobjekt, in ein Außen, welches dadurch auch erst entsteht. Man spricht, man produziert ein Außen, man zerlegt seine Vollständigkeit, man verunvollständigt sich.
Durch dieses Ablegen, Zerlegen, Zerstückeln entsteht die Menschheit als Datenbank partikularer Selbstentfremdungen, entsteht die Kultur als Menge abgelöster und transportabel gewordener Spiegelbilder.
Die entstandene Gesellschaft, they call it, wuchert mit Repräsentation/ Reproduktion. Letztere zeigt ihre Auswirkungen in krassester Form, sie schafft beständigen Zwang und Kontrolle durch eine Eingrenzung des Verstümmelten – Normativität, they call it.
Für diese Aussonderung kann man keinen Beginn festmachen, von keinem Ursprung ausgehen, keinen Verlauf erahnen o.ä. Das Problem ist vielmehr, dass der Mensch mit seiner Vollständigkeit nicht klar zu kommen scheint, sich nach einem Anderen zu sehnen scheint, den es nicht gibt (nicht geben kann), den er sich allerdings schaffen kann. Als Illusion, Mythos, Geheimnis. Rätsel-Bleiben. Warum auch immer.

Ohne Diskurs kein Subjekt, keine Identität; die entsteht erst durch die Aussonderung des Individuums, Aussonderung des Objektes, bei gleichzeitiger Schaffung des Subjektes.

Zerlegen, Fressen, Spalten. Schize.

Aus der Mannigfaltigkeit, der überwältigenden Komplexität, der wunderbaren Wucherung, aus grassgrünen Verbindungen und der Rhizomhaftigkeit entsteht auf diese Weise die Dichotomie, der Antagonismus, das Ich und das Du, der Mensch (und der Baum).

Derridas Katze: Die Tragik des Humanismus ist absehbar. Die vermeintliche Vormacht des Menschen besteht darin, die Dinge zu benennen, ein jedes nach seiner Art.
Ich nenne diese Menschenzeit von gestern, heute und übermorgen die Referentialistische Ära.

»Love you, Cat Mother« flüsterte der Verbindungsmann der Panther Moderns

oder

»Ich dachte daran, dass du genau zu einer Zeit in mein Leben getreten warst, als ich beinahe um jeden Preis einen Menschen wie dich brauchte« sagte er zu der Kontakteinheit im Simulakron.